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Von der Recherche zur Reportage

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 Das Stadtarchiv Bensheim als Quellenfundus für die Medien

Bensheim. Ganz gleich, ob es sich um eine Reportage in Textform oder eine Dokumentation im Fernsehen handelt: Die Recherche bildet ihr Fundament und ist Ausgangspunkt für die Konzeptionierung und Erstellung von medialen Formaten. Wenn es um das Thema Geschichte geht, führt der Weg gerne auch in das Stadtarchiv Bensheim. Denn mit seinen zahlreichen Beständen ist die Institution im Alten Postamt an der Darmstädter Straße ein echter Quellenfundus: In ihm finden sich Aufzeichnungen zu den großen Kapiteln der Geschichte ebenso wie zu den ganz persönlichen und individuellen Einzelschicksalen, die Zeichen vergangener Zeiten sind und deren Erinnerung nicht zuletzt durch das Bensheimer Archiv lebendig gehalten werden.

So veranlasste eine Anfrage für eine Dokumentation, die rbb und SWR für die ARD produzierten, das Team um Leiterin Claudia Sosniak im November 2022, in den Fotosammlungen des Archivs zu stöbern. Im dritten Teil der Dokumentation „Hitler – Die ersten 100 Tage“, die im Januar 2023 ausgestrahlt wurde, ist schließlich ein Bild enthalten, das die Besetzung des Volkshauses in Bensheim durch die SA am 2. Mai 1933 zeigt. Der Vierteiler aus der Geschichtsreihe ARD History greift die Ereignisse Hitlers Herrschaft von Januar bis Mai 1933 auf. Erzählt werden sie durch Tagebuchnotizen von Menschen, die unmittelbar ihre Eindrücke, Gefühle, Wünsche, Ängste, Hoffnungen niedergeschrieben haben.

Die abgebildete Aufnahme stammt von dem Fotografen Scheid aus Bensheim und gehört zur Fotosammlung des Stadtarchivs. Sie zeigt, wie nach dem Reichstagsbrand am 27. März 1933 das Volkshaus in Bensheim am 2. Mai von Mitgliedern der SA besetzt wird. Das Gebäude hatte diversen Arbeitervereinen als Vereinslokal gedient. Bereits am 7. März des Jahres war es von Männern der Sturmabteilung durchsucht und verwüstet worden. Die Dokumentation „Hitler – die ersten 100 Tage“ ist noch bis zum 30. Januar 2024 in der ARD-Mediathek unter www.ardmediathek.de zu sehen.

Ein weiteres Foto aus dem Stadtarchiv hat es kürzlich in die GEOlino Extra geschafft: Es zeigt Schülerinnen und Schüler vor dem ehemaligen Bischöflichen Konvikt, dem heutigen Rathaus, aus dem Jahr 1957. In Ausgabe 99/2023 des Wissensmagazins für Kinder ist ein großer Artikel über die DDR-Klasse erschienen, deren Flucht über West-Berlin ins hessische Bensheim führte: Aus Protest gegen die Niederschlagung des Ungarn-Aufstands im Jahr 1956 schwieg eine Klasse der Oberschule im Brandenburgischen Storkow für fünf Minuten zu Beginn der Geschichtsstunde. Aus Sicht der Deutschen Demokratischen Republik ein Aufbegehren, das Ermittlungen der Stasi nach sich zog. Gemeinsam fassten daraufhin 16 Jugendliche den Plan, aus dem Land zu fliehen. Nach ihrer Flucht in die Bundesrepublik Deutschland erhielten sie durch die Vermittlung des Beauftragten für das Studienwerk für heimatvertriebene Schüler eine Unterbringungs- und Unterrichtsmöglichkeit in Bensheim. Das Medieninteresse an den Jugendlichen war groß und der Beginn einer filmreifen Story, an dessen Anfang ein mutiger Protest von jungen Menschen und ein Foto stehen, das heute im Bensheimer Archiv liegt.

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