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SPD, ÜWG und FDP „Odenwälder Erklärung zum Wolf“ Problemwölfe erschießen

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16. Sitzung des Kreistages des Odenwaldkreises 2021/2026 – 16.10.2023
Redebeiträge der SPD-Fraktion


zu TOP 7:
Gemeinsamer Antrag der Kreistagsfraktionen SPD, ÜWG und FDP:
„Odenwälder Erklärung zum Wolf“

Stellungnahme der SPD-Fraktion (es gilt das gesprochene Wort)

Herr Vorsitzender, Herr Landrat, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Gäste,

Die in der vorliegenden Resolution der Odenwaldkoalition ausgesprochenen Forderungen lassen sich kurz und knapp zusammenfassen:
Die Entnahme von Problemwölfen muss in Zukunft ebenso wie ein regulierendes, bestandsorientiertes Wolfsmanagement unproblematisch möglich sein.

Für uns, die Weidetierhalterinnen und -halter, bedeuten gerissene Weidetiere ein Schreckensscenario, das wir nicht erleben wollen. Nicht zuletzt deshalb ist eindimensionaler Tierschutz gerade im ländlichen Raum dauerhaft schwer zu vermitteln.

Wie wir wissen sieht auch die Bundesumweltministerin Steffi Lemke inzwischen Handlungsbedarf und hat vor dem Hintergrund einer steigender Populationsdichte auf zwischenzeitlich 1.339 Wolfsindividuen und insgesamt 184 Rudeln (aktuelle Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf im Monitoring-Jahr 2022/2023) vor wenigen Tagen ein Konzept zum erleichterten Abschuss vorgelegt.

Wir dürfen nun gespannt sein, ob sie für ihren Vorschlag auf der Umweltministerkonferenz Ende November Zustimmung erhält – und ob sich dort vielleicht auch einige unserer Forderungen wiederfinden.

Gleichwohl ist uns bewusst, dass die Situation des Wolfes durch EU-Recht bindend für alle EU-Länder geregelt ist und Änderungen bekanntermaßen nicht ganz so schnell gehen, sondern äußerst langwierig sind.

Dazu kommen die regional sehr unterschiedlichen Populationsdichten und landschaftstypische Verhältnisse, die letztlich Eingang in ein regional differenziertes Wolfsmanagement finden sollten. So lebten im Wolfsjahr 2022/2023, d.h. Vom 1. Mai 2022 bis zum 30. April 2023, die meisten Wolfsrudel in Brandenburg (52), gefolgt von Niedersachsen (39) und Sachsen (38). Auch in Hessenwurden sechs Wolfsterritorien nachgewiesen.

Herdenschutz wiederum ist nicht 1:1 von Niedersachsen auf bayrische Almen zu übertragen.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
vollkommen inakzeptabel ist aus Sicht meiner Fraktion allerdings, das Rotkäppchen Syndrom zu bemühen, um in populistischer Art und Weise die Angst „vorm bösen Wolf“ zu schüren. Seit der Wiedereinwanderung des Wolfes nach Deutschland wurden keine Übergriffe von Wölfen auf Menschen bekannt. Sollte tatsächlich ein Risiko für den Menschen zu befürchten sein, müssen diese Tiere selbstverständlich der Natur entnommen werden können.

Dass demgegenüber deutschlandweit im Schnitt rund 3,3 Personen aufgrund von Hundebissen sterben – die Verletzten gar nicht berücksichtigt – sei an dieser Stelle, ohne auf die Hintergründe näher eingehen zu können, zumindest erwähnt.

Für ein funktionierendes Wolfsmanagement sind klare Verordnungen von Nöten, die allen Beteiligten – und Betroffenen – Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf giben und den Weidetierhaltern eine möglichst schnelle, unbürokratische und praxisnahe Unterstützung bieten.

Durch die heute zur Abstimmung stehende „Odenwälder Erklärung zum Wolf“ sehen wir diese Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass wir – gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern – letztlich eine akzeptable Balance zwischen Naturschutz und Weidetierhaltung gefunden haben.

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