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Eine verdiente Würdigung-Privater Sammler stiftet keltisches Gefäß der Eisenzeit an das Museum

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Eine verdiente Würdigung

Privater Sammler stiftet keltisches Gefäß der Eisenzeit an das Museum

Bensheim. Als Museumsleiter Christoph Breitwieser den Anruf von Martin Reeb entgegennahm und Reeb ihm von seinem Fund im Keller berichtete, gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist es Krempel oder sehr alt und wertvoll. Nach dem Studium mehrerer Fotos war für Breitwieser schnell klar: Letzteres ist der Fall. Denn bei dem Keller-Fund handelt es sich um eine latènezeitliche Flasche – also ein Gefäß der vorrömischen Eisenzeit – aus der keltischen Hochkultur des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts stammend, um ganz genau zu sein. Ziemlich genau lässt sich auch der Fundort der Flasche bestimmen, bei dem ein Baggerfahrer aus Auerbach in den 1950er-Jahren eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt.

Durch den Anruf von Martin Reeb, der damit genau richtig handelte, wurde nicht nur das Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Darmstadt auf den Plan gerufen – das archäologische Artefakt wird in Zukunft auch die Museumssammlung in Bensheim erweitern: Pünktlich zur anstehenden Sonderausstellung „Keltenland Hessen – Die Kelten an der Bergstraße“, die am 17. Juli eröffnet wird und in der diese ganz besondere Gabe zu sehen ist, die Martin Reeb nun offiziell dem Museum im Beisein von Bezirksarchäologe Peter Steffens (Landesamt für Denkmalpflege, Abt. hessenArchäologie) überreicht hat.

Dass der Fundort ziemlich sicher in Auerbach zu vermuten ist, ergaben die Recherchen von Breitwieser, der in dem Objekt bereits mehrere, dort zu Tage beförderte Fundstücke wiedererkannte. In einen Umstand scheinbarer Zufälligkeiten reiht sich auch der Vater von Martin Reeb ein, der in den 1950er-Jahren einem Baggerfahrer das „Gefäß abgeschwatzt“ hatte, wie der Sohn nun berichtete. Der Anruf einer Dame aus dem Jahr 2014 bei Christoph Breitwieser deckte eine ähnliche Provenienz von zwei keltischen Gefäßen auf, die sie dem Museum ebenfalls stiftete: Derselbe Auerbacher Baggerfahrer war der Vater der Dame. Von ihm hatte die Stifterin die zwei archäologischen Objekte geerbt. Ein weiteres Ereignis bestätigt, dass Relikte der Kelten häufiger in Auerbach gefunden wurden. Denn eine Bensheimer Archäologin hat ihre Leidenschaft schon als Kind ausgelebt und war 1958 zugegen, als besagter Baggerfahrer bei Bauarbeiten wiederum auf archäologische Funde stieß, wobei er sich abermals des Schatzes nicht bewusst war, den er zutage brachte – zum Glück jedoch das damals kleine Mädchen, das sofort den Vater informierte und dieser wiederum die Darmstädter Bodendenkmalpflege.

Den richtigen Riecher, dass es sich bei seinem Fundstück ebenfalls um mehr als nur ein Gefäß aus Ton handeln dürfte, hatte jüngst auch Martin Reeb. Lange Zeit hatte die Flasche, die für Getränke oder Öl von unseren keltischen Vorfahren genutzt wurde, in seinem Keller gestanden. „So viel unerkannt Wertvolles wird weggeschmissen, vor allem bei der Weitergabe oder Vererbung innerhalb der Familie“, bedauert Reeb, der deshalb den Anruf tätigte. Sichtlich dankbar dafür ist vor allem Christoph Breitwieser, denn „Herr Reeb ist den richtigen Weg gegangen, indem er anrief und sich bezüglich der Einordnung des Objektes vergewissern wollte und zwar bevor es unter Umständen entsorgt wird“. Auch Peter Steffens betont, wie wichtig es sei, sich die Expertenmeinung einzuholen: „Stellt sich das Objekt als historisches Kulturgut heraus, muss es nicht nur gemeldet werden – wichtig ist auch, zu bestimmen, wo es gefunden wurde. Denn der Eintrag des Fundortes ins Verzeichnis des Denkmalamtes spielt für spätere Baumaßnahmen eine wichtige Rolle. Das Objekt ist darüber hinaus für die Nachwelt gesichert und findet so den Weg ins Museum, wo es als Exponat seine würdige Bestimmung findet.“

 Ausstellung „Keltenland Hessen – Die Kelten an der Bergstraße“
vom 17. Juli bis 13. November 2022
Museum Bensheim

Informationen unter: www.stadtkultur-bensheim.de

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